Camp Year 7 Girringun National Park 09.10-14.10.09

Das Abenteuer beginnt!!.

Am 08. Oktober Abends in Townsville angekommen und am nächsten Morgen für 6 Tage auf mein erstes Camp...viel zu schnell. um einem bewusst zu machen, dass man sich nun in Australien- am anderen Ende der Welt befindet.

 

Doch als ich ca. 2h entfernt von Townsville im Regenwald- im wirklichen Dschungel stand, wurde mir klar, dass ich mich nicht im Harz oder im Lilienthaler Wäldchen befinde.

Mein Camp bestand aus 21 Kindern (durchschnittlich 12 Jahre), ihrem Lehrer, 2 Campleitern und natürlich aus mir- ihrem neuen GAP- Volunteer.

Unser erstes Campinggebiet, befand sich auf einer Anhöhe mitten im Regenwald mit Blick auf einen wunderschönen Fluss. Dieser Fluss war unser Trinkwasser für die kommenden Tage und die einzige Möglichkeit sich etwas zu waschen-(natürlich ohne Seife, um nicht den Fluss zu verschmutzen).

Unsere Toilette war ein selbst gegrabenes Loch, dass etwa für ein Tag reichteJ. Der Schlüssel der Toilettentür war eine Klorolle- wenn die nicht an ihrem Ort lag, wusste jeder, dass die Toilette besetzt war. Für sanitäre Anlagen war somit gesorgt.

Geschlafen wurde nicht in Zelten sondern in so genannten „Biwis“ – diese bestehen aus Planen, die man an Bäumen befestigt. Unter diesen Planen lagen wir dann mit Isomatte und Schlafsack- (meistens war das jedoch zu warm..)

Zu essen gab es ausreichend- womit ich auch sehr zufrieden war J. Zum Frühstück gab es Müsli (Cornflakes) und meistens noch Spagettis oder Bohnen in Tomatensoße. Etwas später gab es dann „Morning Tea“. Was aber nicht aus Tee, wie erwartet bestand, sondern meistens aus einer Orange und einem Keks. J

Mittags gab es dann Wraps mit Gemüse und Thunfisch zum füllen. Etwas später gab es dann „Afternoon Tea“- und am Abend meistens einen Nudel-oder Reistopf und eine Suppe vorweg. Der Abschluss von jedem Abend war eine heiße Schokolade.

Die Arbeit als Volunteer auf diesen Camps besteht darin, selber raus zu finden, was die Aufgabe eines Volunteers sein könnte. Es geht nicht darum bestimmte Aufgaben auszuführen, es geht viel mehr darum herauszufinden, was einem für Richtig und natürlich für Wichtig erscheint um damit die Campgruppe zu unterstützen, mit ihnen Spaß zu haben und mit anzupacken, wenn es nötig ist. Ich war somit auf dem Camp eine Person, die versucht hat darauf zu achten, dass keiner ausgeschlossen wird, hatte ein offenes Ohr für Kummer und Sorgen (z.B Heimweh),  habe den Kindern beim Aufbau der Camps geholfen und Fragen beantwortet, wenn sie irgendetwas nicht wussten. Das schöne war, dass ich alle Spiele, alle Aktionen mitmachen konnte und somit eine freundschaftliche Ebene zu den Kindern aufbauen konnte.

 

Ich möchte nicht über jeden einzelnen Tag im Camp berichten, was wir gemacht haben oder wo wir waren, ich denke, dass würde zu lange dauern. Aber ich möchte noch ein bisschen darüber erzählen, was mich an diesem Camp so beeindruckt hat.

Dieses Schulcamp auf dem ich war, ist mit keiner Klassenfahrt in Deutschland zu vergleichen. Ich habe Kinder erlebt, die 10 km mit einem schweren Rucksack durch den Regenwald gewandert sind, ohne einmal zu nörgeln, die in Gruppen selbstständig gekocht, aufgeräumt oder Wasser geholt haben. Kinder, die zu allem Danke sagen, bei Dingen, die eigentlich total selbstverständlich waren.  Besonders gut gefiel mir ihr Respekt vor ihren Lehrern, aber trotzdem ein freundschaftliches Verhältnis zueinander hatten und ihre Teamfähigkeit. Wenn wir bei einer Wanderung an eine Stelle kamen, die nicht alle Kinder ohne Probleme überwinden konnten (zum Beispiel ein Fluss überqueren über einen schmalen Baumstamm, oder einen steilen Abhang..), sind alle stehen geblieben und haben sich gegenseitig angefeuert.

Süßigkeiten und technische Geräte sind auf diesen Camps tabu, aber es brauchte sie auch keiner.

Dieses Camp bestand hauptsächlich aus schwimmen in verschiedenen Flüssen, das Wandern war nur Nebensache und hielt sich in grenzen. Besonders gut gefiel mir das  Luftmatratzenschwimmen bei Strömungen oder aber das Schwingen an einem Seil ins Wasser.  Insgesamt wirkte das Camp, obwohl es klar strukturiert war freier- den Kindern wurde vertrauen geschenkt- wir sind an abhängen lang gegangen, wo ich gehofft habe, dass kein Kind runter fällt. – ich habe in diesem Moment gedacht, dass niemals eine deutsche  Schule, diese Strecke mit den Kindern gehen würde. Und am Anfang habe ich gedacht :oh gott, sind die wahnsinnig, solche Wege mit Kindern zu gehen, die nicht unbedingt alle sportlich sind. Aber ich hatte das Gefühl es war genau richtig und die Kinder hatten die Chance über ihre Grenzen hinauszuwachsen.

Australien hat den schönsten Sternenhimmel, den ich bis jetzt gesehen habe- man hat das Gefühl man steht im Himmel, wenn man nach oben blickt. In Australien wird es das ganze Jahr über sehr früh dunkel- schon ab 18:30 Uhr ist es hier Nacht und dann erwacht der Urwald zum leben. -Und die nervigen Bremsen vom Tag lassen einen endlich in ruhe schlafen- bis zum nächsten Morgen, bis sie dich wieder durch Stiche ins Gesicht aufwecken.

An meinem zweiten Abend habe ich mein erstes Känguru- gesehen-  ja wie es aussieht bin ich nun wirklich in Australien!..:)